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Defender 2020 ist der falsche Weg

„Defender 2020“ ist eines der größten NATO-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges, das uns jetzt bevorsteht. Es ist geplant, 37 000 Soldatinnen und Soldaten mit ihrem schweren Gerät dazu an die östliche Grenze der NATO zu bringen. 20 000 von ihnen kommen über den Atlantik aus dem USA nach Osteuropa. Sächsische Autobahnen und Strecken der Deutschen Bahn sind unter anderem für den Transport vorgesehen. Der Truppenübungsplatz in der Lausitz dient als Rast- und Sammelpunkt.

Es ist bedenklich, wie diese militärische Großübung die Konfrontation zwischen der NATO und Russland weiter verschärfen kann. Angesichts der Kündigung von Abrüstungsverträgen, steigender Rüstungsausgaben und einer wieder beginnenden atomaren Aufrüstungsspirale sind solche Machtdemonstrationen der falsche Weg.

Auch Russland trägt mit seinen Großmanövern der vergangenen Wochen einen großen Teil zur Aufrüstung bei und sorgt so für Unsicherheit und Ängste in den baltischen und osteuropäischen Ländern. Das NATO-Manöver Defender 2020 ist nun aber auch kein Beitrag zur Entspannung. Der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow sprach Anfang er 90er Jahre von einem gemeinsamen europäischen Haus. In diesem Haus müssen nicht alle einer Meinung sein, aber sie sind doch miteinander verbunden und aufeinander angewiesen. Dazu passt die jetzige militärische Konfrontation auf keinen Fall.

Der immense Verbrauch von Ressourcen und die großen Schäden in Natur und Umwelt, die Großmanöver dieser Art hinterlassen, widersprechen aktuellen Forderungen vieler Menschen und Regierungen nach einem Schutz unserer Umwelt und nach Klimagerechtigkeit.

Die EKD-Synode rief auf ihrer Tagung im November 2019 in Dresden die politisch Verantwortlichen dazu auf, vom gerechten Frieden her zu denken und den Grundsatz zu befolgen: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Frieden vor.“ Eine Demonstration der militärischen Stärke, wie sie auch von „Defender 2020“ ausgeht, geht gerade nicht in diese Richtung. In Zeiten einer wachsenden Konfrontation zwischen Ländern der NATO und Russland und China sind Zeichen eines Dialogs und vertrauensbildender Maßnahmen nötig.

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